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Seekrankheit – Übelkeit auf dem Schiff, was Hilft?

7. Juni 2019

Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Nichts ist ärgerlicher, als im Urlaub krank zu werden. Auf Kreuzfahrten trifft das gleich in doppeltem Maße zu, denn es besteht die Gefahr seekrank zu werden. Seekrankheit (auch Reise- oder Bewegungskrankheit, fachsprachlich „Kinetose“ genannt) ist zwar in den allermeisten Fällen nicht gefährlich, kann aber mitunter sehr unangenehm werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich bereits im Vorhinein über mögliche Ursachen und Hilfen zu informieren.

Aber keine Panik! Sollten Sie wirklich auf einer Kreuzfahrt seekrank werden, gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten, sodass Sie Ihre Reise ohne größere Beschwerden fortführen können. Um sich bestens auf Ihre Kreuzfahrt vorbereiten zu können, haben wir für Sie alle Informationen zum Thema Seekrankheit verständlich zusammengefasst.

Ursachen: Darum werden wir seekrank

Die Seekrankheit ist so alt, wie die Geschichte der Seefahrt selbst. Egal ob erfahrener Kapitän oder Landratte, seekrank kann grundsätzlich jeder werden. Besonders häufig sind Kinder unter 12 Jahren betroffen, ab einem Alter von 50 Jahren lässt die Wahrscheinlichkeit seekrank zu werden hingegen deutlich nach.

Doch wieso werden wir eigentlich Seekrank? Ausgelöst wird die Reise- oder Bewegungskrankheit durch widersprüchliche Informationen zur räumlichen Lage, die an das Gehirn weitergegeben werden. Lagesinn im Ohr und Seheindruck der Augen weichen dabei voneinander ab. Zum Beispiel, wenn sich ein Schiff bei rauem Seegang auf und ab bewegt, diese Bewegung aber unter Deck nicht gesehen werden kann. In diesem Fall gibt der Lagesinn die Information „es schaukelt auf und ab“ an das Gehirn weiter, wohingegen unsere Augen kein solches Schaukeln erkennen können. Diese widersprüchlichen Informationen überfordern in vielen Fällen das Gehirn.

Doch nicht nur auf hoher See kann es zur Kinetose kommen – auch in Autos, Reisebussen, in Flugzeugen oder sogar in schwingenden Wolkenkratzern sind Menschen betroffen. Auch VR-Brillen können den Effekt auslösen, was noch einmal verdeutlicht, dass es nicht das physische Schaukeln des Schiffes, sondern unser überfordertes Gehirn ist, das uns seekrank werden lässt.

Symptome: Worauf Sie achten sollten

Seekrankheit beginnt in den allermeisten Fällen mit einem Gefühl von Unwohlsein. Dieses zeichnet sich durch ein flaues Magengefühl, Frösteln und erhöhtem Schwitzen (kalter Schweiß) aus. Viele Betroffene empfinden auch Müdigkeit, gähnen häufig und wirken abwesend. Langsame Reaktionszeiten, Blässe im Gesicht sowie ein auffallendes Desinteresse sind die ersten Symptome, die auch von Außenstehenden leicht bemerkt werden können. Zu diesem Zeitpunkt hat der Körper der betroffenen Person bereits damit begonnen, Stresshormone auszusenden.

Im weiteren Verlauf und mit zunehmendem Unbehagen treten Schweißausbrüche auf und die vorherige Müdigkeit kann zu einer regelrechten Lethargie ansteigen. Kopfschmerzen, Schwindel, Aufstoßen und Übelkeit folgen meist kurz darauf. Magen-Darm-Funktionen sind vermindert und es kann zum Erbrechen kommen. Dieser Vorgang wird unter Seeleuten auch als „die Fische füttern“ bezeichnet. In diesem Stadium ist die Seekrankheit bereits voll im Gange und kann bis zu mehrere Tage andauern.

Es hat sich zudem gezeigt, dass Seekrankheit häufiger auf motorisierten Schiffen, als auf Segelschiffen vorkommt. Dies liegt unter anderem daran, dass der Wind in den Segeln zusätzliche Stabilität verleiht. Auch wenn Seekrankheit mehrere Tage anhalten kann, gewöhnt sich unser Gehirn mit der Zeit an die ungewohnte Situation und lernt mit dieser umzugehen. Ohne eine Behandlung verschwinden somit die Symptome nach einigen Tagen von alleine. Idealerweise kommen Sie erst gar nicht in diese Situation, denn mit einer guten Vorsorge und der richtigen Behandlung, lässt sich die Reise- oder Bewegungskrankheit gut kontrollieren.

Vorsorge: Gut vorbereitet sein

Seekrankheit tritt häufig bei starkem Seegang auf, weshalb bereits die Planung der Kreuzfahrt-Route helfen kann, das Risiko zu vermindern. Auf Flusskreuzfahrten oder in seichten Gewässern, wie dem Mittelmeer, ist die Wahrscheinlichkeit seekrank zu werden deutlich geringer, als auf Atlantik-Kreuzfahrten oder anderen Ozean-Überquerungen.

Auch die Wahl der Kabine kann entscheidend sein, denn an Bug und Heck merken Sie den Wellengang am stärksten. Kabinen in der Mitte des Schiffes sind aus diesem Grund die beste Wahl, wenn Sie das Risiko minimieren wollen. Zudem ist es hilfreich, wenn die Kabine mit Meerblick ausgestattet ist, denn so kann das Gehirn die Signale des Lagesinns besser einordnen, da auch der Sehsinn bestätigt, dass das Schiff „auf und ab“ schaukelt.

Auch ein Besuch beim Arzt oder Apotheker vor der Reise kann hilfreich sein. Einerseits um eine mögliche Panik an Bord zu vermeiden (wer gut vorbereitet an Bord geht, hat nichts zu befürchten) und andererseits um sich bereits vor der Abfahrt mit Medikamenten und Essensempfehlungen auszustatten. So können Sie am Tag der Abreise beruhigt das Kreuzfahrschiff betreten. Das ist nicht unwichtig, denn auch die körperliche Verfassung spielt eine große Rolle dabei, ob eine Seekrankheit auftritt oder nicht. Wenn Sie gelassen bleiben, wird so das Risiko weiter verringert.

Hilfsmittel und Behandlung: Was wirklich hilft

Auch an Bord haben Sie die Möglichkeit das Risiko seekrank zu werden zu minimieren. Folgende Hilfsmittel helfen Ihnen dabei, die Seekrankheit zu vermeiden.

  1. Erholungspausen: Spüren Sie erste Symptome, dann sollten Sie sich ausruhen. Ein kleines Nickerchen kann manchmal schon ausreichen, um dem Körper die nötige Kraft zurückzugeben. Außerdem werden während des Schlafs keine widersprüchlichen Signale an das Gehirn gesendet, was dazu führt, dass Sie in der Regel ohne Beschwerden aufwachen.
  2. Auf Deck bleiben: Bleiben Sie auf Deck und behalten Sie den Horizont im Auge. So vermeiden Sie, dass Ihr Gehirn widersprüchliche Signale erhält, da Ihre Augen das Schaukeln des Schiffes besser einordnen können. Wenn Sie sich unter Deck aufhalten (müssen), dann kann es hilfreich sein, aus einem Fenster (Bullauge) zu schauen.
  3. Bildschirme meiden: Auch wenn es Ihnen in dem Moment als richtige Entscheidung erscheint, sollten Sie keine Monitore zur Ablenkung nutzen. Auch Bücher sind nicht zu empfehlen, denn das Fokussieren auf den Bildschirm / das Buch führt in der Regel nicht zu einer Besserung, sondern verstärkt das Schwindelgefühl noch weiter.
  4. Essen nicht vergessen: Auch wenn Sie sich unwohl fühlen und keinen Appetit verspüren; ein leerer Magen ist genauso schlimm, wie ein sehr voller Magen! Versuchen Sie regelmäßig Flüssigkeit zu sich zu nehmen und kleine Happen (z.B. Bananen oder Zwieback) zu essen. Ihr Magen sollte nie komplett entleert sein. Versuchen Sie sehr fettes Essen zu vermeiden und verzichten Sie zudem auf Alkohol. Auch können Naturprodukte wie Ingwer dabei helfen, die Übelkeit zu lindern. Das Kauen eines Stücks Ingwer oder das Trinken eines Ingwer-Tees kann zur Wunderwaffe gegen erste Symptome werden.
  5. Die richtige Körperhaltung: Bei ersten Symptomen ist es hilfreich, wenn Sie sich flach auf den Rücken legen, den Kopf ruhig halten und Ihre Augen schließen. So werden die miteinander in Konflikt stehenden Reize verringert und Sie werden nach kurzer Zeit eine Verbesserung spüren.
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Wenn auch die beste Vorsorge nicht geholfen hat, wird Seekrankheit durch Medikamente behandelt. Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten die Symptome zu lindern und die Crew an Bord eines Kreuzfahrtschiffes kennt sich in der Regel sehr gut aus. Meist genügt ein Gang zum Rezeptions- oder Informationsschalter, um an ein erstes Mittelchen gegen Seekrankheit heranzukommen. Die häufigste Behandlungsform erfolgt über Tabletten, es gibt aber auch Säfte, Pflaster, Kaugummis, Zäpfchen und sogar Druckarmbänder. Sollten diese nicht helfen, gibt es an Bord jedes größeren Kreuzfahrtschiffes auch eine Krankenstation oder ein Bordhospital, bei dem Sie eine professionelle medizinische Versorgung und Behandlung erhalten werden. In der Regel ist dies aber nicht nötig.

Haben Sie alle unsere Tipps und Hilfen aufmerksam gelesen, sollten Sie für Ihre nächste Kreuzfahrt gewappnet sein. Wir wünschen gute Fahrt und eine ruhige See.

Zusammenfassung: Alle Infos auf einen Blick

Seekrankheit kann jeden treffen. Ausgelöst werden die Symptome durch widersprüchliche Signale an unser Gehirn, denn Gleichgewichtssinn und Sehsinn senden unterschiedliche Eindrücke. Auch ohne Behandlung verschwinden die Symptome in der Regel in wenigen Tagen. Die häufigsten Symptome sind Blässe, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Aufstoßen und Übelkeit. Um das Risiko zu verringern, seekrank zu werden, hilft es, wenn Sie sich auf Deck und in der Mitte des Schiffes aufhalten. Gönnen Sie sich Erholungspausen und meiden Sie Handys und Bücher. Ihr Magen sollte nie ganz leer sein. Hausmittel wie z.B. Zwieback oder Ingwer können helfen. Achten Sie auf Ihre Körperhaltung. Werden Sie dennoch seekrank, gibt es viele Medikamente, die Ihnen helfen. In schlimmen Fällen gibt es an Bord der meisten Schiffe eine Krankenstation. Bewahren Sie Ruhe.

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